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Augustiner Chorherren

Von Anfang an hatten die Chorherrenstifte seelsorgliche, kulturelle und soziale Aufgaben zu erfüllen. Die Vorauer Chorherren leisten, wie alle Augustiner-Chorherren, ihren Dienst vornehmlich in der Pfarrseelsorge; von den dreizehn Pfarren des Dekanates Vorau werden alle von den Chorherren betreut. Daneben gibt es noch eine Reihe von überpfarrlichen seelsorglichen Aufgaben, die von Chorherren des Stiftes wahrgenommen werden.

Der Orden der Augustiner-Chorherren, seit 1163 auch in Vorau beheimatet, hat zum Unterschied von anderen Orden keinen eigentlichen Gründer; die Institution ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich über Jahrhunderte der Kirchengeschichte erstreckte und um die Jahrtausendwende besonders aktuell wurde. Der hl. Augustinus (354-430) dachte nicht daran, einen Orden im heutigen Sinn zu gründen, sondern führte, wie das auch schon andere vor ihm getan hatten, mit den Priestern seiner Bischofskirche in Nordafrika ein gemeinsames Leben ähnlich den Mönchen, nur dass eben an die Stelle der Handarbeit die Seelsorgearbeit trat. Es ging ihm um keine Neueinführung, sondern vielmehr um eine Rückbesinnung auf die Lebensweise der Christen der Urkirche, wie sie in der Apostelgeschichte dargestellt wird.

Als der spätere Papst Gregor VII. auf der Lateransynode 1059 die Kleriker aufforderte, sich am Vorbild des hl. Augustinus zu orientieren und die Gütergemeinschaft verlangte, kam es in der Folgezeit zur Scheidung der am Privateigentum festhaltenden weltpriesterlichen Chorherren (canonici saeculares) und der regulierten Chorherren (canonici regulares), die sich durch Übernahme der Ordensgelübde (Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam) mehr den Mönchen näherten und zur Grundlage ihrer Lebensweise die Regel des hl. Augustinus annahmen.

Strenges Klosterleben, Gottesdienst, beispielhafte Seelsorge und wissenschaftliche Betätigung verschafften den Regularkanonikern die Bewunderung der kirchlichen Obrigkeit und des christlichen Volkes. Im 12. Jhd. begann die Glanzzeit des Augustiner-Chorherren-Ordens, der sich rasch über ganz Europa verbreitete, doch gingen in den kirchlichen und politischen Wirren der Hussitenstürme, der Reformation, der Französischen Revolution, des Josephinismus in Österreich und der Säkularisierung in Deutschland die meisten Stifte zugrunde.

Die noch verbliebenen restlichen Chorherrenstifte schlossen sich 1907 zur österreichischen Chorherrenkongregation zusammen, die heute die sechs Stifte: St. Florian, Herzogenburg, Klosterneuburg, Neustift bei Brixen, Reichersberg und Vorau umfasst. An der Spitze der Kongregation steht der jeweils auf fünf Jahre gewählte Generalabt. Die einzelnen Stifte behalten aber innerhalb der Kongregation ihre Autonomie in Bezug auf ihr Eigenleben, die innere Ordnung und die speziellen Aufgaben jedes Hauses.
Chorherren Gruppenbild im Prälaturhof - Stift Vorau
Menschenmenge vor der Stiftskirche Vorau ©mg
Chorherren in der Sakristei - Stift Vorau ©mg
Vorbereitung zur Profess - Stiftskriche Vorau ©mg
Chorherren im Altarraum - Stiftskirche Vorau ©mg
Fronleichnamsprozession unter den Linden - Stift Vorau ©mg
Hochzeit in der Stiftskirche Vorau ©mg
Hl. Messe im Hofanger - Stift Vorau ©mg
Fahnenweihe im Hofanger - Stift Vorau ©mg
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