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Stift Ansicht 1681 Stich G M Vischer

Stiftsgeschichte

1163  Gründung des Stiftes durch Markgraf Otakar III. von Traungau. Den Ausgangspunkt der Stiftssiedlung bildet das kleine, bereits 1149 von Bischof Roman von Gurk dem hl. Apostel Thomas geweihte Kirchlein (wahrscheinlich Eigenkirche des ersten Herrschafts- und Rodungszentrums).
1237 Das Stift wird durch einen Großbrand zerstört, bei dem Propst Bernhard II. bei der Rettung der Handschriften, Urkunden und Wertgegenstände in den Flammen umkommt. Die Marktkirche wird zur Pfarrkirche und bleibt es bis 1783.
1309Früheste Nennung der Kirche "zum hl. Johannes unter den Linden". Somit geht die Anlegung des dem Stift vorgelagerten Lindenhaines zumindest in das 13. Jahrhundert zurück.
Um 1370läßt Propst Heinrich von Wildungsmauer (1350-81) den jetzigen Klausurhofbrunnen graben, den seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Renaissancebrunnenlaube ziert.
1452 Papst Nikolaus V. gestattet den Vorauer Pröpsten, bei feierlichen liturgischen Handlungen die Pontifikalien - Infel und Stab - zu tragen.
1453 Kaiser Friedrich III. verleiht dem Stift das jetzige Wappen: den Apostel Thomas vor dem Auferstandenen in blauem, den geflügelten Greifenfuß in gelbem Feld; daher sind Blau und Gold die Stiftsfarben. Auch erteilt er dem Stift die Erlaubnis, eine Rüstkammer einzurichten. 
1458Die seit der Eroberung von Konstantinopel durch die Türken (1453) von Osten immer bedrohlicher werdenden Gefahren veranlassen Propst Leonhard von Horn (1453-93) ab 1458 das Stift zu einer wehrhaften Klosterburg umzubauen. Um Kloster und Kirche wird ein tiefer Wassergraben ausgehoben, innerhalb desselben eine hohe Wehrmauer gebaut und zur alten Prälatur eine Zugbrücke errichtet.
1504 Das Stift Vorau beschickt das neugegründete Stift Pöllau mit Chorherren und stellt dort mit Ulrich von Trautmannsdorf den ersten Propst.
1517 Kaiser Maximilian, der dem Markt die Abhaltung zweier Jahrmärkte bewilligt hat (1511 und 1517), verleiht dem Stift das Landgericht mit Stock und Galgen.
1542 Nach dem am 23. November verstorbenen Propst Dr. Augustin Geyer bleibt das Stift bis 1544 vakant (ohne Propst). Vor dem Aussterben rettet es nur noch ein einziger Chorherr, nachdem der Einfluß des Protestantismus das Stiftskapitel von 28 Professen im Jahre 1506 auf dieses Minimum reduziert hat.
1597 Propst Benedikt erbaut den Glockenturm von Grund auf neu.
1616 Propst Daniel kauft von Andreas Sigmund Freiherrn von Saurau Schloß und Herrschaft Festenburg.
1619 Bau des Vorgebäudes.
1625-35Neubau des Klausurgebäudes.
1635 Ankauf des Schlosses und der Herrschaft Friedberg.
1651Propst Matthias Singer (1649-62) richtet im Stift zur leichteren Beschaffung von Heilmitteln für die Bevölkerung eine Apotheke ein.
1654 Ankauf der von den Herren von Eibiswald an die steirische Landschaft verpfändeten Festung und Herrschaft Peggau.
1660-62Neubau der Stiftskirche nach Plänen des Baumeisters Domenico Sciassia.
1676Die Klausurgänge erhalten ein Steinpflaster.
1688Baubeginn des Prälaturtraktes.
1699 Bau des Presbyteriums für den von Matthias Steinl geplanten Hochaltar.
1708 In diesem Jahr beginnt der 1675 in Wilten/Innsbruck geborene Johann Cyriak Hackhofer seine Arbeit in Vorau als „Stiftsmaler" und wirkt hier bis zu seinem Tod am 9. Mai 1731. Zeugnisse seines reichhaltigen Kunstschaffens sind in der nordöstlichen Steiermark zu finden.
1720Errichtung der Frauensäule (Pestsäule) vor dem Stift durch Propst Webersberg mit der steinernen Gruppe der Heiligen Joachim und Anna, Donatus und Isidor, Sebastian und Florian, Augustin und Rupert. 
1727Abbruch der alten, hufeisenförmig vor der Stiftskirche gelegenen Prälatur.
1736Mit 46 Chorherren weist das Stift den bisher höchsten Mitgliederstand im Lauf der Geschichte auf.
1778 Propst Taufferer errichtet im Stift eine Hauptschule.
1812-17Das Stift führt ein Gymnasium.
1839-43Das Stift führt ein Privatgymnasium mit einem Sängerknabeninstitut.
1844 Propst Kerschbaumer läßt die alte, um das Stift führende und über die Fenster des ersten Stockwerkes emporragende Festungsmauer abtragen und den Wassergraben teilweise zuschütten.
1890Aufstellung einer neuen Orgel durch den Salzburger Orgelbaumeister Matthäus Mauracher. Die Abänderung der barocken Orgelkästen besorgt der Vorauer Tischler Franz Schuster nach Zeichnungen von Prof. Patriz Meidler
1920Einleitung des elektrischen Lichtes in das Stift durch Propst Prosper Berger.
1924 Infolge der allgemeinen Wirtschafts- und Inflationskrise müssen viele Kunstschätze (Polenteppiche, alte Elfenbein-Reliquienkästchen, Reste von gotischen Flügelaltären und Glasgemälden, Inkunabeln und Druckwerke) verkauft werden.
1940Am 19. April wird das Stift durch das NS-Regime aufgehoben und enteignet; die Chorherren müssen die Steiermark verlassen. Das Stift heißt nun „Burg Vorau" und wird Privatschule (NAPOLA). 
1945Infolge der Kampfhandlungen im April und Mai brennt das Stift zur Hälfte nieder (besonders betroffen waren die Vorgebäude und der Wirtschaftstrakt); das übrige wird schwer beschädigt. Aus der Bibliothek werden 5000 Bände entwendet, alle Sammlungen schwer beschädigt, Möbel ruiniert... Am 27. Mai ziehen die ersten Chorherren wieder im Stift ein.
 1953  Am 15. Juli stirbt Propst Prosper Berger (1920-53). Der am 22. Oktober zum Propst gewählte Gilbert Prenner setzt den von seinem Vorgänger begonnenen Wiederaufbau fort und führt ihn unter Aufwendung enormer Geldmittel zu Ende.
1960-63Renovierung der Stiftskirche durch Propst Gilbert Prenner aus Anlaß des 800-Jahr-Jubiläums.
1970 Propst Gilbert Prenner resigniert freiwillig. Am 16. Juli wird Rupert Kroisleitner zum 54. Propst des Stiftes gewählt.
1975-77Adaptierung und Einrichtung des Bildungshauses im Prälaturtrakt.
1979-81Umbau und Erweiterung der ländlichen Hauswirtschaftsschule im Vorgebäude.
1981 Sanierung des gesamten Klausurtraktes.
1984-87Fassadenerneuerung am ganzen Stiftsgebäude.
1993-94Errichtung des neuen Verwaltungsgebäudes im Süden des Stiftshofes (Altes und Neues wird verbunden).
2000 Mag. Gerhard Rechberger wird zum 55. Propst gewählt
 2013 Das Chorherrenstift Vorau feiert 2013 das 850-jährige Bestehen des Ordenshauses.
So wurde die Stiftskirche in den Jahren 2011, 2012 und 2013 innen restauriert,
eine neue Orgel eingebaut und der Altarraum mit einem Steinaltar ausgestattet.
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